{"id":1481,"date":"2018-07-24T09:55:28","date_gmt":"2018-07-24T09:55:28","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.jm-gailingen.de\/?page_id=1481"},"modified":"2018-07-24T10:08:02","modified_gmt":"2018-07-24T10:08:02","slug":"der-juedische-friedhof-gailingen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/?page_id=1481","title":{"rendered":"Der J\u00fcdische Friedhof Gailingen"},"content":{"rendered":"<p><div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 hundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling fusion-equal-height-columns\" style=\"--awb-background-position:left top;--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-padding-top:0px;--awb-padding-right:0px;--awb-padding-bottom:0px;--awb-padding-left:0px;--awb-margin-bottom:15px;--awb-border-sizes-top:0px;--awb-border-sizes-bottom:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_2 1_2 fusion-one-half fusion-column-first\" style=\"--awb-padding-top:15%;--awb-padding-right:15%;--awb-padding-bottom:15%;--awb-padding-left:15%;--awb-bg-color:#ececec;--awb-bg-color-hover:#ececec;--awb-bg-size:cover;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-column-content-centered\"><div class=\"fusion-column-content\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><h3 class=\"csc-firstHeader\">Der J\u00fcdische Friedhof Gailingen<\/h3>\n<p>Alter Teil des j\u00fcdischen Friedhofs Gailingen<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_2 1_2 fusion-one-half fusion-column-last\" style=\"--awb-bg-image:url(&#039;http:\/\/wp.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/events-section1.jpg&#039;);--awb-bg-position:center center;--awb-bg-size:cover;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy fusion-column-has-bg-image\" data-bg-url=\"http:\/\/wp.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/events-section1.jpg\"><div class=\"fusion-column-content-centered\"><div class=\"fusion-column-content\"><div class=\"fusion-image-element in-legacy-container\" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" title=\"J\u00fcdischer Friedhof Gailingen\" src=\"http:\/\/wp.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Friedhof-alter-Teil-800x600.jpg\" alt class=\"img-responsive wp-image-1485\" srcset=\"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Friedhof-alter-Teil-200x150.jpg 200w, https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Friedhof-alter-Teil-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Friedhof-alter-Teil-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Friedhof-alter-Teil-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Friedhof-alter-Teil-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Friedhof-alter-Teil.jpg 2816w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-2 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last\" style=\"--awb-bg-size:cover;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-text fusion-text-2\"><div id=\"c31\" class=\"csc-default\">\n<p class=\"bodytext\">Nachdem sich die noch kleine j\u00fcdische Gemeinde kurz nach dem 30-j\u00e4hrigen Krieg, etwa 1653\/1654, in Gailingen niedergelassen hatte, geh\u00f6rte aus Sorge um die Toten die Suche nach einer geeigneten Begr\u00e4bnisst\u00e4tte zu ihren ersten Anliegen. Land durften Juden nicht erwerben und f\u00fcr Juden und Christen war es gleicherma\u00dfen unvorstellbar, auf einem christlichen Friedhof, j\u00fcdische Ortsans\u00e4ssige beizusetzen. Der Schutzbrief der Freifrauen von Reinach vom 20. September 1657 hielt daher folgendes bereits fest: \u201eJtem soll ihn ein Orth von gn\u00e4d(iger) herrschaft oder gemeind zu begr\u00e4bnuss der erth nominirt werden; \u2026\u201c F\u00fcr eine Geb\u00fchr \u00fcbernahmen daraufhin die Juden unterhalb des B\u00fcrgli Schlosses ein bewaldetes Grundst\u00fcck auf Pachtbasis, das weit genug entfernt von der Gemarkung Gailingen lag und aufgrund des steilen Abhangs und der Bewaldung landwirtschaftlich nicht genutzt werden konnte. Mit der Gr\u00fcndung der Chewra Kadischa, der Heiligen Bruderschaft, in 1676 trat diese als P\u00e4chterin des Gel\u00e4ndes auf.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Da den anderen j\u00fcdischen Gemeinden im Hegau, Randegg, Wangen und Worblingen, zun\u00e4chst die Errichtung eines eigenen Friedhofs verwehrt wurde, mussten sie sich die Begr\u00e4bnisst\u00e4tte am B\u00fcrgli mit der Gailinger Gemeinde teilen. Auf dem ausgedehnten Gr\u00e4berfeld in Gailingen wurden somit zun\u00e4chst auch die Israeliten aus Randegg (bis 1746), aus Wangen am Untersee (bis 1827), Worblingen (bis 1857) und teilweise aus Donaueschingen bestattet. F\u00fcr die Wangener j\u00fcdischen Familien war dies sehr problematisch, weil sie f\u00fcr die auf dem Rhein transportierte Leiche eines Erwachsenen 1 Gulden und f\u00fcr die eines Kindes 30 Kreuzer bei der Anlandung an die Stadt Diessenhofen entrichten mussten. Zudem mussten die Leichen durch Obergailingen, das damals zum Stadtgebiet von Diessenhofen geh\u00f6rte, transportiert werden, wof\u00fcr ein zus\u00e4tzlicher Wegzoll erhoben wurde. Durch mehrere Grundst\u00fcckszuk\u00e4ufe, letztmalig 1914 von den Erben des j\u00fcdischen Gemeinderats Simon Rothschild, erreicht der j\u00fcdische Friedhof heute eine Fl\u00e4che von \u00fcber 150 Ar. Mitte der 1990er Jahre wurde der Friedhof durch das Bamberger Familien Archiv, Jerusalem, in einem zweib\u00e4ndigen Memor-Buch, (Seelenbuch einer j\u00fcdischen Gemeinde) dokumentiert. Zu diesem Zeitpunkt konnten \u00fcber 1.550 Gr\u00e4ber mit Namen identifiziert werden. Die Zahl der Grabstellen liegt aber weitaus h\u00f6her. Damit geh\u00f6rt der j\u00fcdische Friedhof von Gailingen zu den gr\u00f6\u00dften in Baden. Die \u00e4lteste Grabstelle, die damals identifiziert werden konnte, datierte von 1692.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"c51\" class=\"csc-default\">\n<p class=\"bodytext\">In der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft wurden auf dem Friedhof etwa 20 j\u00fcdische Einwohner beigesetzt. Als letzte wurde vor der Deportation in das Lager Gurs am 6. Oktober 1940 Regina Strauss, geb. Sommer, die im j\u00fcdischen Krankenhaus verstorben war, beerdigt. Bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945 wurde der Friedhof mehrfach gesch\u00e4ndet, vor allem aber verwahrloste er v\u00f6llig.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Am 13. Mai 1945 fand in Diessenhofen ein Dankgottesdienst der j\u00fcdischen Gemeinde (einstige Gailinger Juden, die in die Schweizer Nachbargemeinde emigriert sind) statt. Danach ging eine kleine Delegation unter der F\u00fchrung von Emil Weil und Willi Ottenheimer hinauf nach Gailingen. Nach einem Halt an dem Platz, wo einst die Synagoge stand, besuchten sie zun\u00e4chst Arthur Guggenheim, der die Zeit der Diskriminierung, Entrechtung und Verfolgung in Gailingen \u00fcberlebt hatte. Im Anschluss daran suchte die Gruppe den f\u00fcr die Erinnerung so wichtigen Friedhof auf, dort wo die Vorfahren ruhten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Am 7. Juli 1945 wurde in Gailingen ein Bereinigungs- und Wiedergutmachungs-Ausschuss gebildet, der NS-belastete Ortsans\u00e4ssige anhielt, \u201edie durch die Nazi entstandenen Ungerechtigkeiten und Mi\u00dfst\u00e4nde zu beheben und soweit wie m\u00f6glich wieder gutzumachen.\u201c Punkt 1 einer Liste von Aufgaben dieses Ausschusses waren \u201edie Arbeiten zur Wiederinstandsetzung des j\u00fcd. Friedhofes\u201c.Unter dem 6. Oktober 1946 schreibt Willi Ottenheimer in einem Brief an Herrn und Frau Dr. Sigmund Heilbronn u.a.:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eDer Friedhof in Gailingen ist nun mein j\u00fcngstes Kind \u2013 als treuer Beh\u00fcter alter Tradition (\u2026) werde ich in seinem Sinne weiter handeln. Die Freunde Gailingens im Auslande haben sich f\u00fcr die Kosten des Unterhaltes bereit erkl\u00e4rt aufzukommen und ist G\u00e4rtner Hany der Mann, der Ordnung h\u00e4lt und Bildhauer Schwarz von Gottmadingen wird die Steine in Ordnung halten. Drahtgitter f\u00fcr die Einz\u00e4unung , soweit diese im Laufe der Jahre kaput(t) gegangen ist, Zement f\u00fcr die Fundamente der abgebrochenen Grabsteine beziehen wir aus der Schweiz u.s.w. sodass man sagen kann, unser \u00fcber 270 j\u00e4hriger Friedhof ist wieder in Ordnung und wird in Ordnung gehalten.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"c52\" class=\"csc-default\">\n<p class=\"bodytext\">Der genannte Verein der Freunde Gailingens im Ausland wurde 1936 mit dem Ziel gegr\u00fcndet, Auswanderungen zu organisieren und Emigranten zu unterst\u00fctzen. Nach dem Krieg ist diese Basis entfallen; neue Aufgaben haben sich aufgetan.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zur gleichen Zeit legte Emil Weil ein neues Friedhofsregister an, \u00fcberarbeitete und aktualisierte damit das von Karl Bloch im Jahre 1934 f\u00fcr die Heilige Bruderschaft Gailingen angelegte Register.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Am 19. September 1948 fand eine erste offizielle Gedenkfeier auf dem j\u00fcdischen Friedhof statt. Zu diesem Anlass wurde der Gedenkstein am westlichen Ende der kleinen Allee eingeweiht. Der Stein tr\u00e4gt die Inschrift: \u201eZum ewigen Gedenken an die Gailinger Juden, welche am 22. Oktober 1940 deportiert und in den Konzentrationslagern ums Leben gebracht wurden. Errichtet 19.9.1948\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die beiden Tafeln mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen j\u00fcdischen B\u00fcrger an dem Taharah\u00e4uschen (H\u00e4uschen f\u00fcr die Leichenw\u00e4sche) angebracht. Die Tafeln wurden mittlerweile durch Replikate ersetzt; die Originale sind heute im J\u00fcdischen Museum Gailingen ausgestellt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Durch Restitutionsurteil des Badischen Landgerichts in Konstanz vom 4. September 1949 wurde aller Grundbesitz der j\u00fcdischen Gemeinde, u.a. der Friedhof und der Synagogenplatz an die Israelitische Religionsgemeinschaft in Baden mit Sitz in Karlsruhe, vertreten durch den Oberrat der Israeliten in Baden, als Rechtnachfolger der ehemaligen j\u00fcdischen Gemeinden, zur\u00fcckgegeben. Seither wird von dieser Stelle aus auch der j\u00fcdische Friedhof in Gailingen betreut.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die j\u00fcdische Religion erinnert die Gl\u00e4ubigen immer wieder an das Ende des irdischen Lebens und an das Weiterleben nach dem Tod. Dieser fundamentale Grundgedanke wurde und wird seit der Wiederinstandsetzung des j\u00fcdischen Friedhofs durch den Verein der Freunde Gailingens im Ausland und sp\u00e4ter durch dessen Rechtsnachfolger, den Verein zur Erhaltung des j\u00fcdischen Friedhofes Gailingen, Sitz Z\u00fcrich aufrechterhalten und gepflegt. Der Verein l\u00e4dt j\u00e4hrlich f\u00fcr den letzten Sonntag vor den hohen j\u00fcdischen Feiertagen, dem ersten Tag der Selichot-Gebete, der Gebete der Bu\u00dfe und Verzeihung, zu einer sehr w\u00fcrdevollen Gedenkfeier ein, zu der sich Nachkommen ehemaliger j\u00fcdischer B\u00fcrger Gailingens aus aller Welt am Friedhof zum Kaddisch, zum Gedenken, zur Erinnerung und zum verantwortungsvollen Umgang mit der Vergangenheit versammeln.<\/p>\n<\/div>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1481","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1481","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1481"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1481\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1504,"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1481\/revisions\/1504"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1481"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}