{"id":1511,"date":"2018-07-24T12:57:14","date_gmt":"2018-07-24T12:57:14","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.jm-gailingen.de\/?page_id=1511"},"modified":"2023-02-23T14:19:22","modified_gmt":"2023-02-23T14:19:22","slug":"der-juedische-friedhof-gailingen-grabsteine-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/?page_id=1511","title":{"rendered":"Der J\u00fcdische Friedhof &#8211; Tod, Bestattung, Trauer"},"content":{"rendered":"<p><div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 hundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling fusion-equal-height-columns\" style=\"--awb-background-position:left top;--awb-border-sizes-top:0px;--awb-border-sizes-bottom:0px;--awb-border-sizes-left:0px;--awb-border-sizes-right:0px;--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-padding-top:0px;--awb-padding-right:0px;--awb-padding-bottom:0px;--awb-padding-left:0px;--awb-margin-bottom:15px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_2 1_2 fusion-one-half fusion-column-first\" style=\"--awb-padding-top:15%;--awb-padding-right:15%;--awb-padding-bottom:15%;--awb-padding-left:15%;--awb-bg-color:#ececec;--awb-bg-color-hover:#ececec;--awb-bg-size:cover;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-column-content-centered\"><div class=\"fusion-column-content\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><h3 class=\"csc-firstHeader\">Tod, Bestattung, Trauer<\/h3>\n<p>Der j\u00fcdische Friedhof<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_2 1_2 fusion-one-half fusion-column-last\" style=\"--awb-bg-image:url(&#039;http:\/\/wp.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/events-section1.jpg&#039;);--awb-bg-position:center center;--awb-bg-size:cover;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy fusion-column-has-bg-image\" data-bg-url=\"http:\/\/wp.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/events-section1.jpg\"><div class=\"fusion-column-content-centered\"><div class=\"fusion-column-content\"><div class=\"fusion-image-element in-legacy-container\" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" title=\"friedhof-1\" src=\"http:\/\/wp.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/friedhof-1-800x600.jpg\" alt class=\"img-responsive wp-image-1486\" srcset=\"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/friedhof-1-200x150.jpg 200w, https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/friedhof-1-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/friedhof-1-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/friedhof-1-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/friedhof-1-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/www.jm-gailingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/friedhof-1.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/span><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-2 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last\" style=\"--awb-bg-size:cover;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-text fusion-text-2\"><div id=\"c32\" class=\"csc-default\">\n<p class=\"bodytext\">Ein j\u00fcdischer Friedhof wird im Hebr\u00e4ischen als Bet Olam (Haus der Ewigkeit), als Bet Ha\u2019Chajim (Haus des Lebens) und Bet Ha\u2019Kvaroth (Haus der Gr\u00e4ber) sowie im Jiddischen als \u201eGut Ort\u201c bezeichnet. Dort darf die Ruhe der Toten nicht gest\u00f6rt werden. Ihnen geh\u00f6rt die Erde, in der sie f\u00fcr immer bestattet sind.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Unantastbarkeit eines Grabes und eines j\u00fcdischen Friedhofes resultiert aus der Vorstellung der k\u00f6rperlichen Auferstehung der Toten zum Zeitpunkt der Ankunft des Messias. Vor diesem Hintergrund ist im gesetzestreuen Judentum eine Ein\u00e4scherung der Toten verboten. Nach orthodoxer j\u00fcdischer Vorstellung ist eine Auferstehung der Toten nicht m\u00f6glich, wenn der Leib durch Feuer zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die j\u00fcdische Religion bejaht das Leben als h\u00f6chsten Wert, markiert aber auch den Tod im Laufe des Lebens. Zum Hochzeitstag oder einige Tage sp\u00e4ter erhalten Eheleute ein wei\u00dfes Totengewand (im regionalen Jiddisch &#8222;Sargenes&#8220; genannt). Die M\u00e4nner tragen dieses Gewand beim Pessachmahl (Seder) und zum Gottesdienst an Neujahr (Rosch HaSchana) und am Vers\u00f6hnungsfest (Jom Kippur).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wenn ein Jude oder eine J\u00fcdin im Sterben liegt, soll er bzw. sie als letztes das Glaubensbekenntnis \u201eH\u00f6re Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig\u201c\u00a0 sagen. Mit dem Eintritt des Todes beginnt f\u00fcr die Hinterbliebenen bis zur Beisetzung eine erste Zeit der Trauer, w\u00e4hrend der sie von allen religi\u00f6sen Pflichten befreit sind und sich ganz der Trauer hingeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In dieser Zeit k\u00fcmmern sich die M\u00e4nner der Chewra Kadischa (Heilige Bruderschaft) um die Vorbereitungen der Bestattung, wie etwa die Leichenw\u00e4sche (Tahara).\u00a0 Den M\u00e4nnern wird ihr Gebetsschal (Tallit) umgelegt, von dem eine der Quasten (Zizijot) abgeschnitten wird als Zeichen, dass ein Toter keine Gebote mehr zu erf\u00fcllen hat.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Sarg, in den die Toten gelegt werden, ist f\u00fcr alle gleich und schlicht. Er besteht aus sechs ungehobelten Brettern und ist mit einem schwarzen Tuch bedeckt. In den badischen Judend\u00f6rfern war es \u00fcblich, die Toten mindestens bis zum Ortsrand zu begleiten. Bis dahin trugen die M\u00e4nner der Heiligen Bruderschaft den Sarg. Dann erst wurde er mit einem Wagen zum Friedhof gebracht. Die Bestattungszeremonie begann auf dem Friedhof mit einem Gesang des Kantors und einer Trauerrede des Rabbiners. Oft sprachen auch noch andere Personen aus dem Familien- oder Freundeskreis. Am offenen Grab standen die M\u00e4nner in der vorderen Reihe und die Frauen dahinter. Die engsten Verwandten bedeckten den in das Grab hinab gelassenen Sarg mit je drei H\u00e4nden Erde. Dabei wurde gesagt: \u201eDenn Staub bist du und zum Staub wirst Du zur\u00fcckkehren.\u201c (Genesis 3,19)<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wenn der Sarg v\u00f6llig bedeckt ist, sprechen die Angeh\u00f6rigen das Kaddisch. Dieses aram\u00e4ische Gebet hat inhaltlich nichts mit dem Tode zu tun. Vielmehr ist es ein Lob Gottes. Es lautet:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eErhoben und geheiligt werde sein gro\u00dfer Name auf der Welt, die nach seinem Willen von Ihm erschaffen wurde &#8211; sein Reich soll in eurem Leben in den eurigen Tagen und im Leben des ganzen Hauses Israel schnell und in n\u00e4chster Zeit erstehen. Und wir sprechen: Amen! Sein gro\u00dfer Name sei gepriesen in Ewigkeit und Ewigkeit der Ewigkeiten. Gepriesen sei und ger\u00fchmt, verherrlicht, erhoben, erh\u00f6ht, gefeiert, hocherhoben und gepriesen sei Name des Heiligen, gelobt sei er, hoch \u00fcber jedem Lob und Gesang, Verherrlichung und Trostverhei\u00dfung, die je in der Welt gesprochen wurde, sprechet Amen! F\u00fclle des Friedens und Leben m\u00f6ge vom Himmel herab uns und ganz Israel zuteil werden, sprechet Amen. Der Frieden stiftet in seinen Himmelsh\u00f6hen, stifte Frieden unter uns und ganz Israel, sprechet Amen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mit der Beerdigung endet der erste Teil der Trauerzeit. \u201eOfel sein\u201c, also in Trauer sein, dauert im Falle des Todes eines Elternteils ein Jahr. W\u00e4hrend der ersten sieben Tage der Trauerzeit sitzen die Hinterbliebenen &#8222;Schiwa&#8220; auf Schemeln und Kissen (\u201eschiwa jamim\u201c: &#8222;sieben Tage&#8220;). Die trauernden Angeh\u00f6rigen tragen keine Schuhe, arbeiten nicht und sollen sich auch nicht mit dem Studium der Torah besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">W\u00e4hrend dieser Zeit sorgen Freunde und Bekannte f\u00fcr das Lebensnotwendige, indem sie die Trauerfamilie mit Essen versorgen. Die J\u00fcdische Gemeinde sorgt daf\u00fcr, dass die Familie durch den Trauerfall nicht in wirtschaftliche Schwierigkeiten ger\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Am ersten Jahrestag des Todes, gerechnet nach dem j\u00fcdischen Kalender, wird der Stein auf dem Grab gesetzt. Von da an wird j\u00e4hrlich \u201eJahrzeit\u201c gehalten. An diesen Tagen brennt vom Abend bis zum n\u00e4chsten Abend eine Kerze, es wird das Kaddisch gesprochen und das Grab besucht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Gr\u00e4ber im Bet Olam werden alle nach Osten gen Jerusalem ausgerichtet. Im Monat Elul des j\u00fcdischen Kalenders (August\/September, vor Rosch HaSchana) soll man die Gr\u00e4ber seiner Familienangeh\u00f6rigen und Vorfahren besuchen, ebenso am Jahrzeittag.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">J\u00fcdische Friedh\u00f6fe werden gepflegt. Das Schm\u00fccken von Gr\u00e4bern mit Blumen oder Kerzen ist hingegen nicht \u00fcblich. Der Tradition folgend legt man zum Zeichen des Gedenkens an den\/die Verstorbene(n) einen kleinen Stein auf den Grabstein.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">M\u00e4nnliche Besucher eines j\u00fcdischen Friedhofes m\u00fcssen eine Kopfbedeckung tragen. Dies gilt auch f\u00fcr nichtj\u00fcdische M\u00e4nner. Bei der Kopfbedeckung muss es sich nicht unbedingt um eine Kippa handeln. Die Kippa ist das Zeichen der Gottesfurcht und der Bescheidenheit vor Gott.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Beim Verlassen des Friedhofs w\u00e4scht man sich die H\u00e4nde, um sich der rituellen Unreinheit , die durch die N\u00e4he zu den Toten verursacht wird, zu entledigen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Besuche eines j\u00fcdischen Friedhofs am Schabbat (Samstag) oder anderen j\u00fcdischen Feiertagen sind nicht statthaft.<\/p>\n<\/div>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1511","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1511","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1511"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1511\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2130,"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1511\/revisions\/2130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1511"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}