{"id":1521,"date":"2018-07-24T13:30:56","date_gmt":"2018-07-24T13:30:56","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.jm-gailingen.de\/?p=1521"},"modified":"2018-07-26T14:12:31","modified_gmt":"2018-07-26T14:12:31","slug":"geschichte-der-juden-in-wangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jm-gailingen.de\/?p=1521","title":{"rendered":"Geschichte der Juden in Wangen"},"content":{"rendered":"<p><div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last\" style=\"--awb-bg-size:cover;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><h3 class=\"csc-firstHeader\">Geschichte der Juden in Wangen<\/h3>\n<p class=\"bodytext\"><b>1665<\/b><br \/>\n\u00fcbersiedelte der Wangener Pferdeh\u00e4ndler Mosis Baruch Ainstein, nach Buchau am Federsee, nachdem ihm dort die Aufnahme in das B\u00fcrgerrecht gew\u00e4hrt wurde. Er war der Ahnvater der Einstein-Familie, aus der der ber\u00fchmte Physiker Albert Einstein stammte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1666<\/b><br \/>\nlebten drei j\u00fcdische Familien in Wangen; ein Jahr sp\u00e4ter waren es vier.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>ab 1740<\/b><br \/>\nsiedelten sich verst\u00e4rkt j\u00fcdische Familien aus Sulz und Hohenems in Vorder\u00f6sterreich, aus Schwaben und dem Elsass an.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1743<\/b><br \/>\nlebten sieben j\u00fcdische Familien in Wangen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1775<\/b><br \/>\nerfolgte die erste Eintragung im Buch des Mohel (Beschneider): Brit Mila (Beschneidung) von Meir Sohn des Josef. Hierbei handelte es sich um Meir Manes L\u00f6b Wolf, einziger Sohn des aus Hohenems geb\u00fcrtigen Joseph Manus Wolf und dessen erster Frau Esther Moos.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1779<\/b><br \/>\nnahm die Zahl der j\u00fcdischen Familien auf 14 zu.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1783<\/b><br \/>\nbaute der bereits genannte Joseph Manus Wolf das erste urkundlich belegte Haus in j\u00fcdischem Besitz in Wangen (heute Seeweg 27). \u00dcber der Eingangst\u00fcr finden wir folgende Inschrift: \u201eDieses Haus geh\u00f6rt dem angesehenen, gelehrten Herrn Joseph, Sohn des Vorstehers der Gemeinde Menachem Manes (Sein Andenken sei zum Segen!) und seiner Ehefrau Ella, Tochter des R. Joschua aus Kippenheim. Gebaut wurde das Haus im Jahre 5543. Gesegnet sei dein Eingang! Gesegnet sei Dein Ausgang!\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In der Folge wurden durch die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung auf Grundst\u00fccken direkt am Seeufer weitere H\u00e4user gebaut. Der heutige Seewegs wurde sp\u00e4ter \u201eZizenhuuser Gass\u201c genannt, weil die Juden in ihrem Habitus den Terrakottafiguren des Zizenhauser Malers Anton Sohn (1769\u20131841) \u00e4hnelten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1792\u20131815<\/b><br \/>\nkam es in der Zeit der napoleonischen Kriege auch zu Unruhen innerhalb der j\u00fcdischen Gemeinde, einem \u201eKleinkrieg zwischen Gemeindemitgliedern und dem Vorsteher\u201c, bei dem es keinen Gehorsam mehr gegen\u00fcber den Rabbinern gab.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1795<\/b><br \/>\nGr\u00fcndung der Heiligen Bruderschaft Chewra Kadischa. Anfang d. 19. Jh.\u00a0 gab es in Wangen ein reges j\u00fcdisches Gemeindeleben; lange Zeit bestanden zwei j\u00fcdische Wirtschaften im Dorf, das \u201eGasthaus zum L\u00f6wen\u201c des Isaac Ortlieb und den \u201eAdler\u201c, der von Joseph Daniel Wolf und seiner Frau Esther, geb. Anspacher gef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1806<\/b><br \/>\nwurde Wangen dem durch den ma\u00dfgeblichen Einfluss von Napoleon neu geschaffenen Gro\u00dfherzogtum Baden zugeordnet.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1809<\/b><br \/>\nwurde das Badische Judenedikt erlassen, das die b\u00fcrger- und kirchenrechtlichen Verh\u00e4ltnisse der badischen Juden neu ordnete.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1815<\/b><br \/>\nfolgte die Aufhebung der Schutzgelder, doch hielt sich nicht jede Gemeinde daran.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1817<\/b><br \/>\nwurde die Ahavat Schalom, die Friedensstiftung, gegr\u00fcndet, um den, \u201eden Unfrieden (innerhalb der Gemeinde)zu bannen\u201c.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1820<\/b><br \/>\nist der Dorfbach umgebettet worden, wodurch die Benutzung der Mikwe (Ritualbad) unm\u00f6glich wurde. Der langj\u00e4hrige Rechtsstreit dar\u00fcber dauerte bis es 1834 zur amtlichen Erlaubnis f\u00fcr die Benutzung eines neuen Frauenbades kam.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1825<\/b><br \/>\nhatte Wangen 224 j\u00fcdische Bewohner, was 39,3% der Gesamtbev\u00f6lkerung ausmachte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Mai 1825<\/b><br \/>\nerfolgte die Grundsteinlegung f\u00fcr die Synagoge am Seeufer. Sie wurde \u2026<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1826<\/b><br \/>\neingeweiht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1827<\/b><br \/>\nwurde der j\u00fcdische Friedhof oberhalb des Dorfes angelegt. Bis dahin wurden die Wangener Juden in Gailingen beigesetzt, was teuer bezahlt werden musste. F\u00fcr die auf dem Rhein transportierte Leiche eines Erwachsenen musste 1 Gulden und f\u00fcr die eines Kindes 30 Kreuzer bei der Anlandung an die Stadt Diessenhofen entrichten werden. Zudem mussten die Leichen durch Obergailingen, das damals zum Stadtgebiet von Diessenhofen geh\u00f6rte, transportiert werden, wof\u00fcr ein zus\u00e4tzlicher Wegzoll erhoben wurde.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1852<\/b><br \/>\nerfolgte der Bau des j\u00fcdischen Schulhauses an der heutigen Hauptstrasse 39. 1839 gab es 27 j\u00fcdische Kinder. Im Jahr der Gr\u00fcndung der israelitischen Volksschule waren es 29, 1870: 47, 1902: 4. Ab 1914 ging kein j\u00fcdisches Kind mehr in die Wangener Schule.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1857<\/b><br \/>\nkonnte nach \u00fcber 10 Jahre andauernden Diskussionen die Synagoge renoviert werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Ende d. 19. Jh.<\/b><br \/>\ngab es in Wangen diverse j\u00fcdische religi\u00f6se Vereine; Juden waren Mitglied im Gemeinderat und wurden als \u201ebelebendes Element\u201c der Gemeinde am Untersee angesehen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>seit ca. 1880<\/b><br \/>\nschrumpfte die j\u00fcdische Gemeinde in Wangen stetig. Viele Familien zogen nach Konstanz oder Z\u00fcrich, um ihren Kindern dort eine h\u00f6here Bildung zu vermitteln.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1900<\/b><br \/>\nlebten noch \u00fcber 105 j\u00fcdische B\u00fcrger in Wangen<br \/>\n(15,1% der Gesamtbev\u00f6lkerung).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1914\u20131918<\/b><br \/>\nim Ersten Weltkrieg fielen f\u00fcr Deutschland Wilhelm Bernheim, Siegfried Gump, Edwin Gut, Heinrich Picard sowie die Br\u00fcder von Jacob Picard Erwin und Wilhelm alle geb\u00fcrtig aus Wangen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1933<\/b><br \/>\nlebten noch 20 Juden in Wangen (3,5% der Einwohner).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>bis 1938<\/b><br \/>\nfanden regelm\u00e4\u00dfig Gottesdienste in der Synagoge statt; wobei viele der Weggezogenen sich weiterhin der Gemeinde Wangen zugeh\u00f6rig f\u00fchlten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>9. Nov. 1938<\/b><br \/>\nSS Truppen aus Radolfzell zerst\u00f6rten die Synagoge und sch\u00e4ndeten den Judenfriedhof. Die Kaufleute Alfred und Emil Wolf, der Arzt Dr. Nathan Wolf,<br \/>\nDr. Otto Blumenthal aus Schienen und ein zuf\u00e4llig anwesender j\u00fcdischer Mann wurden von der SS schwer misshandelt und in das KZ Dachau deportiert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anfang 1939<\/b><br \/>\nstarb Emil Wolf an den Folgen der Misshandlungen im Krankenhaus von Singen<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>22.10.1940<\/b><br \/>\ndie letzten sieben j\u00fcdischen B\u00fcrger aus Wangen wurden in das Camp de Gurs in S\u00fcdfrankreich deportiert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>1945<\/b><br \/>\nkehrten Dr. Nathan Wolf und seine zwei Kinder Familie nach Wangen zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Am 29.12.1970<\/b><br \/>\nstarb Dr. Nathan Wolf, \u201eder letzte Jude des Dorfes\u201c.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bedeutende Vertreter der j\u00fcdischen Gemeinde Wangen waren der Schriftsteller Jacob Picard und der Arzt Dr. Nathan Wolf \u2013 siehe Storytafeln im Museumsraum \u201eDie j\u00fcdischen Gemeinden im Hegau\u201c.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 hundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-padding-top:0px;--awb-padding-right:0px;--awb-padding-bottom:0px;--awb-padding-left:0px;--awb-margin-top:15px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last\" style=\"--awb-bg-size:cover;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-image-element fusion-image-align-center in-legacy-container\" 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