Veranstaltungen

Daniel Mylows Erzählband ist eine poetische Entdeckungsreise ins Leben vergessener oder dem Blick der Öffentlichkeit entrückter Dichter. Indem Daniel Mylow einerseits eng an den realen Biografien der historischen Persönlichkeiten bleibt, andererseits mit einer subtilen, bildstarken Sprache literarisiert, macht er „Das Weiß zerrissenen Papiers“ zum dichten Abbild markanter Existenzen. Mit Blick auf Christian Dietrich Grabbe, Wilhelm Waiblinger, Jacob Picard, Hans Bernhard Schiff (und weitere) entwickelt Mylow einen Zeitbogen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Als Brennpunkte aller Lebensläufe erscheinen die existentielle Notwendigkeit von Dichten und Schreiben in dürftiger Zeit und der Kampf gegen Ausgrenzung, Verschwinden und Vergessen. Der mit Radierungen von Walter Rockenbauch ausgestattete Erzählband ist eine empfindsame Annäherung an Menschen, die gegen äußere Zwänge ein Leben in Ästhetik und Freiheit suchten.

»Daniel Mylow ist ein großer Erzähler: weil er große Stoffe bewegt, atmosphärisch dicht zu erzählen vermag und zu dem, was er erzählt, den passenden Ton findet, den richtigen Rhythmus, die Form.« (Kurt Drawert)

Veranstaltung ist kostenfrei, Spenden sind willkommen.

«Vertraut und fremd zugleich»

Öffentliche Museumsführung mit Besuch des historischen Ritualbades, der Mikwe

Die Geschichte jüdischen Lebens in einer Region ist immer auch die Geschichte vom Umgang mit dem Fremden, seiner Integration und/oder Zurückweisung. Der gemeinsame Gang durch die Dauerausstellung im ehemaligen Schulhaus bietet vielfältige Einblicke in die Entwicklung einer der größten jüdischen Landgemeinden im süddeutschen Raum. Thematisiert werden Gailinger Synagoge, gelebte Religiosität und Alltagsleben, der lange Weg jüdischer Emanzipation sowie Verfolgung und Deportation während des Nationalsozialismus.

Führung und Eintritt frei. Wir freuen uns über eine freiwillige Spende.

» … von der Bevölkerung kaum wahrgenommen« – Vernissage

Wanderausstellung mit Fotografien zur Deportation der badischen Jüdinnen und Juden nach Gurs im Oktober 1940

Die vom Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim entwickelte und zur Verfügung gestellte Ausstellung zeigt alle bislang bekannten Aufnahmen der Deportation aus Baden (Bretten, Bruchsal, Gailingen, Kippenheim, Lörrach, Tauberbischofsheim und Weingarten).

Angesichts des Mangels behördlicher Quellen kommt den teils erst in jüngerer Zeit aufgetauchten Deportationsfotos eine besondere Bedeutung zu, etwas Licht in die Abläufe der Deportation und das Ausmaß der Beteiligung durch Helferinnen und Helfer an diesem Zivilisationsbruch bringen zu können.

Die Wanderausstellung ist im Souterrain des Bürgerhauses eingerichtet und kann bis Freitag, 01.05.2026 besucht werden.

Veranstaltung ist kostenfrei, Spenden sind willkommen.

»Das Beste aus 30 Jahren«

Duo Ariana Burstein & Roberto Legnani – Virtuose Musik für Cello & Gitarre

2026 feiern Ariana Burstein & Roberto Legnani ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Unter dem Motto »Das Beste aus 30 Jahren« präsentieren sie musikalische Höhepunkte aus drei Jahrzehnten gemeinsamer Konzerttätigkeit. Ihre Konzerte sind Ausdruck lebendiger jüdischer Kultur – ein musikalisches Zeugnis dafür, dass jüdisches Leben in Deutschland nicht nur Erinnerung ist, sondern heute schöpferisch und bereichernd wirkt.

Das Programm vereint Meisterwerke der klassischen Musik mit den farbenreichen Klängen der Weltmusik: Werke von Vivaldi, Sanz, Albéniz und de Falla, dazu Música sefardí, Nusach Ashkenaz sowie eigene Kompositionen von Roberto Legnani. Besonders hervorzuheben ist sein Werk »Bamidbar« (In der Wüste), das die 42 Wanderzüge Israels in poetischen Klangbildern nachzeichnet.

Die Verbindung von Cello und Gitarre eröffnet ein Klangpanorama zwischen barocker Klarheit, romantischer Tiefe und Weltmusik – ein eindrucksvolles Musikerlebnis von großer Spannweite.

Veranstaltung ist kostenfrei, Spenden sind willkommen.

»Im Dialog« – Jüdisches Leben im Spiegel von Literatur und Philosophie, Öffentliche Museumsführung

Der Ausstellungsrundgang setzt die jüdische Geschichte Gailingens erzähldramaturgisch in Dialog mit vergangenen und zeitgenössischen Stimmen aus jüdischer Zeit- und Kulturgeschichte. Texte von Jacob Picard, Rahel Varnhagen, Hannah Arendt, Berty Friesländer-Bloch, Ruth Klüger, Jean Améry und Deborah Feldman spiegeln kontrastreich individuelles jüdisches Bewusstsein, religiöses Alltagsleben, den spannungsreichen Weg jüdischer Emanzipation sowie die leidvolle Erfahrung von Deportation und Verfolgung. In Gespräch und Diskussion ergibt sich ein lebendiges Erinnern.

Führung und Eintritt frei, wir bitten um Spenden.

   

«Geschichte und Geschichten»

Ortsführung durch das jüdische Gailingen einschließlich des jüdischen Friedhofs

In Gailingen lebten über Jahrhunderte zwei Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Religion, Berufsstruktur und Kultur zusammen – ein Dorf, dessen Ortsbild von der jüdischen Bevölkerung maßgeblich geprägt wurde. Sie wandern entlang jüdischer Spuren bis zum Friedhof, betrachten Häuser und hören von Menschen und ihren Geschichten.

Männliche Teilnehmer werden gebeten, den Friedhof nur mit Kopfbedeckung zu betreten.

Treffpunkt: Jüdisches Museum Gailingen, Ramsener Straße 12, Gailingen

Kosten: € 10,- p.P. – Schüler*innen und Studierende sowie Inhaber*innen einer gültigen VHB-Gästekarte frei

   

»Am guten Ort« – Öffentliche Führung zum Jüdischen Friedhof

Der Jüdische Friedhof Gailingen ist das altehrwürdigste Zeugnis aus der Frühzeit der jüdischen Gemeinde im 17. Jahrhundert. Als steinernes Archiv erzählt er mit hebräischen und deutschen Grabinschriften und Bildsymbolen vom Leben der Toten und zeugt von der tiefen Religiosität, die das Landjudentum über die Jahrhunderte auszeichnete. Leitmotiv ist der Glaube auf ein »Olam haba«, eine »kommende Welt« und spirituelles Jenseits. Als mystischer Ort der Stille ist der Friedhof nicht nur ein Ort des Todes und der Trauer sondern erinnert an bekannte und unbekannte Persönlichkeiten der Gailinger Bürgerschaft.

Männliche Teilnehmer werden gebeten, den Friedhof nur mit Kopfbedeckung zu betreten.

Treffpunkt am Jüdischen Friedhof, Bürglestraße, Gailingen

Führung ist kostenfrei, wir bitten um Spenden.

 

Internationaler Museumstag

1111:45 Uhr, »Vertraut und fremd zugleich« – Kurzführung durch die Dauerausstellung im Jüdischen Museum

11–12 Uhr, »Auf der Suche nach Farbe und Licht« – Kreativer Malworkshop für Kinder mit Künstlerinnen Andrea Dietz und Kerstin Weiland

14:3015:15 Uhr, »Vertraut und fremd zugleich« – Kurzführung durch die Dauerausstellung im Jüdischen Museum

Führungen, Workshop und Eintritt frei

   

«Geschichte und Geschichten»

Ortsführung durch das jüdische Gailingen einschließlich des jüdischen Friedhofs

In Gailingen lebten über Jahrhunderte zwei Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Religion, Berufsstruktur und Kultur zusammen – ein Dorf, dessen Ortsbild von der jüdischen Bevölkerung maßgeblich geprägt wurde. Sie wandern entlang jüdischer Spuren bis zum Friedhof, betrachten Häuser und hören von Menschen und ihren Geschichten.

Männliche Teilnehmer werden gebeten, den Friedhof nur mit Kopfbedeckung zu betreten.

Treffpunkt: Jüdisches Museum Gailingen, Ramsener Straße 12, Gailingen

Kosten: € 10,- p.P. – Schüler*innen und Studierende sowie Inhaber*innen einer gültigen VHB-Gästekarte frei

»Erinnerung als Heimat« – Malworkshop für Erwachsene mit den Künstlerinnen Andrea Dietz und Kerstin Weiland im Erdgeschoss des Bürgerhauses

Erinnerung und Gedächtnis nehmen im Judentum eine zentrale Rolle ein. Von den Festen Pessach, Chanukka oder Purim bis hin zum Gedenken an die großen Wellen der Vernichtung: Das Judentum ist geprägt durch Erinnern. So bildet der biblische Imperativ »Sachor: Erinnere Dich!« die Grundlage für die gemeinsame Identität und das Überleben von Jüdinnen und Juden als Gemeinschaft. Erinnerung ist eine fundamentale Kraft in der jüdischen Kultur, die die Heimat bewahrt, die Geschichte vergegenwärtigt und die Zukunft gestaltet.

Welche Gefühle, persönlichen Erfahrungen oder Geschichten prägen mein Leben, meine Persönlichkeit und Identität? Und wie kann ich diese in Farbe und Form in Gestalt bringen? Fragen, die uns am Workshop beschäftigen werden.

Zentrale Grundlage des Malworkshops ist intuitives Arbeiten. Nach einem kurzen Impulsgespräch zur jüdischen Erinnerungskultur und den darauffolgenden Gesprächen stellen sich bei den Kursteilnehmer*innen individuelle Stimmungen und Emotionen ein. Eigene Gedanken gehen fließend aufs Papier über. Die Künstlerinnen begleiten die Gruppe während des Malprozesses und führen sie in verschiedene Techniken ein. Unterschiedliche Materialien, Papierarten und -formate, Pinsel, Stifte, Kohle, Acryl- und Aquarellfarben stehen bereit. Auf diese Weise ist es möglich, sich in einer eigenen Bildsprache auszudrücken.  Mit verschiedenen Materialien eine eigene Heimat- und Erinnerungslandschaft zu gestalten, ist das Ziel.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Zur Teilnahme am Workshop bitten wir um vorherige Anmeldung unter info@jm-gailingen.de (max 8 TN).

Kosten: 40 € p.P. und Abend

»Erinnerung als Heimat« – Malworkshop für Erwachsene mit den Künstlerinnen Andrea Dietz und Kerstin Weiland im Erdgeschoss des Bürgerhauses

Erinnerung und Gedächtnis nehmen im Judentum eine zentrale Rolle ein. Von den Festen Pessach, Chanukka oder Purim bis hin zum Gedenken an die großen Wellen der Vernichtung: Das Judentum ist geprägt durch Erinnern. So bildet der biblische Imperativ »Sachor: Erinnere Dich!« die Grundlage für die gemeinsame Identität und das Überleben von Jüdinnen und Juden als Gemeinschaft. Erinnerung ist eine fundamentale Kraft in der jüdischen Kultur, die die Heimat bewahrt, die Geschichte vergegenwärtigt und die Zukunft gestaltet.

Welche Gefühle, persönlichen Erfahrungen oder Geschichten prägen mein Leben, meine Persönlichkeit und Identität? Und wie kann ich diese in Farbe und Form in Gestalt bringen? Fragen, die uns am Workshop beschäftigen werden.

Zentrale Grundlage des Malworkshops ist intuitives Arbeiten. Nach einem kurzen Impulsgespräch zur jüdischen Erinnerungskultur und den darauffolgenden Gesprächen stellen sich bei den Kursteilnehmer*innen individuelle Stimmungen und Emotionen ein. Eigene Gedanken gehen fließend aufs Papier über. Die Künstlerinnen begleiten die Gruppe während des Malprozesses und führen sie in verschiedene Techniken ein. Unterschiedliche Materialien, Papierarten und -formate, Pinsel, Stifte, Kohle, Acryl- und Aquarellfarben stehen bereit. Auf diese Weise ist es möglich, sich in einer eigenen Bildsprache auszudrücken.  Mit verschiedenen Materialien eine eigene Heimat- und Erinnerungslandschaft zu gestalten, ist das Ziel.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Zur Teilnahme am Workshop bitten wir um vorherige Anmeldung unter info@jm-gailingen.de (max 8 TN).

Kosten: 40 € p.P. und Abend

»Auf den Spuren von Erika & Klaus Mann« – Szenische Lesung mit Ute Maria Lerner und Mark Weigel

Ort: Festsaal Hohentwiel, Kliniken Schmieder, Auf dem Berg 1, 78262 Gailingen

Erika und Klaus, die berühmten Thomas-Mann-Kinder, beide Schriftsteller, beide Bohémiens, beide Antifaschisten, beide auf der Flucht, beide Suchende – immer unterwegs. Gemeinsamkeiten gab es viele, doch es war noch mehr: seelisch waren sie aufeinander angewiesen. Gerne gaben sie sich als Twins aus, obwohl sie ein Jahr und neun Tage auseinander waren.  Diese tiefe Bindung prägte auch ihr unruhiges Exilleben kreuz und quer durch Europa und die USA.  Später wuchs die Distanz zwischen ihnen.

Klaus Mann, Autor von bedeutenden Büchern wie »Mephisto«, »Der Vulkan«, »Der Wendepunkt« und »Speed«, schrieb Prosa schon in früher Jugend. Mit zunehmender Drogensucht starb er am 21. Mai 1949 an einer Überdosis Schlaftabletten in Cannes.

»Rundherum«, »Escape to Life«, »The other Germany«, »Das Buch von der Riviera« schrieben beide gemeinsam.

Erika Mann gründete am 1.1.1933 in München das Kabarett »Die Pfeffermühle«. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wanderte die Pfeffermühle nach Zürich aus und wurde zum wichtigsten europäischen Exil-Kabarett.  Erika war Vortragsreisende, Kriegs- und Reise-Reporterin, schrieb Kinderbücher und Theaterstücke. Sie wurde unerlässliche Mitarbeiterin ihres Vaters. Nach dem Tod von Klaus widmete sich Erika mit Eifer und Nachdruck der Veröffentlichung seines Werkes. Sie starb 1969 in der Schweiz.

Die beiden Schauspieler Ute Maria Lerner und Mark Weigel wollen sich den Künstlern ebenso wie den Menschen Erika und Klaus Mann nähern.

Im Anschluss an die Veranstaltung Diskussion mit dem Publikum

Veranstaltung ist kostenfrei, Spenden sind willkommen.

   

«Geschichte und Geschichten»

Ortsführung durch das jüdische Gailingen einschließlich des jüdischen Friedhofs

In Gailingen lebten über Jahrhunderte zwei Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Religion, Berufsstruktur und Kultur zusammen – ein Dorf, dessen Ortsbild von der jüdischen Bevölkerung maßgeblich geprägt wurde. Sie wandern entlang jüdischer Spuren bis zum Friedhof, betrachten Häuser und hören von Menschen und ihren Geschichten.

Männliche Teilnehmer werden gebeten, den Friedhof nur mit Kopfbedeckung zu betreten.

Treffpunkt: Jüdisches Museum Gailingen, Ramsener Straße 12, Gailingen

Kosten: € 10,- p.P. – Schüler*innen und Studierende sowie Inhaber*innen einer gültigen VHB-Gästekarte frei

   

»Am guten Ort« – Öffentliche Führung zum Jüdischen Friedhof

Der Jüdische Friedhof Gailingen ist das altehrwürdigste Zeugnis aus der Frühzeit der jüdischen Gemeinde im 17. Jahrhundert. Als steinernes Archiv erzählt er mit hebräischen und deutschen Grabinschriften und Bildsymbolen vom Leben der Toten und zeugt von der tiefen Religiosität, die das Landjudentum über die Jahrhunderte auszeichnete. Leitmotiv ist der Glaube auf ein »Olam haba«, eine »kommende Welt« und spirituelles Jenseits. Als mystischer Ort der Stille ist der Friedhof nicht nur ein Ort des Todes und der Trauer sondern erinnert an bekannte und unbekannte Persönlichkeiten der Gailinger Bürgerschaft.

Männliche Teilnehmer werden gebeten, den Friedhof nur mit Kopfbedeckung zu betreten.

Treffpunkt am Jüdischen Friedhof, Bürglestraße, Gailingen

Führung ist kostenfrei, wir bitten um Spenden.

 

   

«Geschichte und Geschichten»

Ortsführung durch das jüdische Gailingen einschließlich des jüdischen Friedhofs

In Gailingen lebten über Jahrhunderte zwei Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Religion, Berufsstruktur und Kultur zusammen – ein Dorf, dessen Ortsbild von der jüdischen Bevölkerung maßgeblich geprägt wurde. Sie wandern entlang jüdischer Spuren bis zum Friedhof, betrachten Häuser und hören von Menschen und ihren Geschichten.

Männliche Teilnehmer werden gebeten, den Friedhof nur mit Kopfbedeckung zu betreten.

Treffpunkt: Jüdisches Museum Gailingen, Ramsener Straße 12, Gailingen

Kosten: € 10,- p.P. – Schüler*innen und Studierende sowie Inhaber*innen einer gültigen VHB-Gästekarte frei

Tag des offenen Denkmals

1111:45 Uhr »Ge(k)lebte Erinnerung« – Einblicke in die jüdische Familiengeschichte Guggenheim-Heilbronn, Vortrag Dr. Ina Appel, Rothschild-Saal

1414:45 Uhr »Ge(k)lebte Erinnerung« – Einblicke in die jüdische Familiengeschichte Guggenheim-Heilbronn, Vortrag Dr. Ina Appel, Rothschild-Saal

Nach dem Vortrag erhalten Besucherinnen und Besucher Einblicke in die Familienjournale, Tagebücher und Korrespondenzen der traditionsreichen, über Generationen in Gailingen ansässigen Familie Guggenheim-Heilbronn. Die Archivalien aus dem Familiennachlass Heilbronn sind im Erdgeschoss des Museums, im Guggenheim-Saal ausgestellt und können unter Aufsicht betrachtet werden.

In die Familienchroniken geklebte Fotos, Postkarten, Dokumente und handschriftliche Notizen wie Zeitungsartikel geben einen authentischen und detailreichen Spiegel jüdischen Alltagslebens im alemannischen Landjudentum für einen Zeitraum von ca.1880 bis 1938. Die Familiengeschichten der Guggenheim-Heilbronns bilden jüdische Emanzipation, Blüte und Niedergang bzw. das gewaltsame Ende der jüdischen Landgemeinde im Hegau ab.

Vortrag und Eintritt frei


18 Uhr Vernissage

»AugenBlicke«. Zeichen jüdischen Lebens in Gailingen – Sonderausstellung mit Fotografien von Martin Schweingruber

Die Sonderausstellung »AugenBlicke« mit Fotografien des Schweizers Martin Schweingruber im Souterrain des Jüdischen Museums richtet den Blick auf gegenwärtige Zeichen jüdischen Lebens in Gailingen. Schwarzweiß- und Farbfotografien fokussieren architektonische Details ehemals von jüdischen Familien bewohnter Häuser, Exponate und Archivalien aus dem Museum sowie Motive vom Jüdischen Friedhof in Gailingen.

Hauseingänge, Türrahmen, Balkone, Geländer, aber auch Motive einer im Ort gepflegten Erinnerungskultur lenken die Aufmerksamkeit der Betrachterinnen und Betrachter auf die starke Präsenz jüdischen Lebens, seine Gestaltungskraft und seinen Verlust. Atmosphärische Bildeindrücke des großen jüdischen Friedhofs unterstreichen die jahrhundertealte Erinnerungskultur jüdischer Tradition im Ort. Als steinernes Archiv und mystischer Ort der Stille in Gailingen ist der Friedhof nicht nur ein Ort der Trauer und des Todes, sondern erzählt in fotografisch nuancierter Perspektive von der Vielfalt des Lebendigen und der Verbindung mit einer wachsenden Natur.

Wie nähert man sich einer verdrängten jüdischen Kultur auf achtsame Weise? Die zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten in Gailingen durchgeführten Fotografie-Spaziergänge von Martin Schweingruber erspüren das jüdische Erbe mit großer Sensibilität und offenem Blick. Fragmentarische Bildmomente schaffen ästhetisch gestaltete AugenBlicke und faszinierende Kristallisationspunkte zwischen Vergangenheit und Gegenwart. In der Spannung von Motiv-, Licht- und Schattenstruktur öffnen sich Dialogfelder und neue Perspektiven.

Martin Schweingruber

geboren 1965 am Zürichsee; lebt und arbeitet seit 1988 in Steckborn am Untersee.

«Für Schönheit und Bewegung schlägt mein Herz. Das setze ich mit Feingefühl um in Klang und Licht. Dank Begabung, Erfahrung und Intuition verleihe ich Emotionen in der Musik ihren Ausdruck, mache das Spiel auf der Bühne sichtbar und lasse mein fotografisches Auge immer wieder Entdeckungen machen.»

Schwerpunkte seiner fotografischen Arbeit sind Konzert, Tanz und Theater. Bildender Kunst widmet er sich bei Ausstellungen, Installationen und Performances. Architektur, Landschaften und Porträt formen weitere Gestaltungsbereiche.

Alle seine Aufnahmen fangen geschenkte Momente ein. Es werden weder Bildelemente arrangiert, nachträglich hinzugefügt oder eliminiert. Auch wird nichts durch Künstliche Intelligenz generiert.

Als Fotograf arbeitet Martin Schweingruber ausschließlich mit vorhandenem Licht (Available Light). Die Kameras Canon EOS R1und EOS R3 sind Kernstücke seiner technischen Ausrüstung.

www.klangundlicht.eu

Veranstaltung ist kostenfrei, Spenden sind willkommen.

   

«Geschichte und Geschichten»

Ortsführung durch das jüdische Gailingen einschließlich des jüdischen Friedhofs

In Gailingen lebten über Jahrhunderte zwei Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Religion, Berufsstruktur und Kultur zusammen – ein Dorf, dessen Ortsbild von der jüdischen Bevölkerung maßgeblich geprägt wurde. Sie wandern entlang jüdischer Spuren bis zum Friedhof, betrachten Häuser und hören von Menschen und ihren Geschichten.

Männliche Teilnehmer werden gebeten, den Friedhof nur mit Kopfbedeckung zu betreten.

Treffpunkt: Jüdisches Museum Gailingen, Ramsener Straße 12, Gailingen

Kosten: € 10,- p.P. – Schüler*innen und Studierende sowie Inhaber*innen einer gültigen VHB-Gästekarte frei

«Vertraut und fremd zugleich»

Öffentliche Museumsführung mit Besuch des historischen Ritualbades, der Mikwe

Die Geschichte jüdischen Lebens in einer Region ist immer auch die Geschichte vom Umgang mit dem Fremden, seiner Integration und/oder Zurückweisung. Der gemeinsame Gang durch die Dauerausstellung im ehemaligen Schulhaus bietet vielfältige Einblicke in die Entwicklung einer der größten jüdischen Landgemeinden im süddeutschen Raum. Thematisiert werden Gailinger Synagoge, gelebte Religiosität und Alltagsleben, der lange Weg jüdischer Emanzipation sowie Verfolgung und Deportation während des Nationalsozialismus.

Führung und Eintritt frei. Wir freuen uns über eine freiwillige Spende.